Jetzt handeln statt später zahlen – rechtzeitige Hofübergabe schützt vor höhere Steuerlast
Hofübergabe: Warum Warten schnell teuer werden kann
Hofübergabe braucht Zeit und PlanungEine Hofübergabe bedeutet nicht nur das Aufsetzen eines Vertrages. Sie umfasst komplexe Gestaltungen: Wer übernimmt den Betrieb? Wie werden Geschwister berücksichtigt? Welche Absicherung erhalten die Eltern? Wie nutze ich steuerliche Begünstigungen? Welche steuerlichen Gestaltungen gib es? Solche Fragen erfordern intensive Beratung und vor allem Zeit, damit die Familie die passende Lösung findet. Wer zu lange wartet, kann wichtige Gestaltungen nicht mehr rechtzeitig umsetzen.
Risiko Erbfall – gesetzliche Erbfolge statt Wunschlösung
Noch gravierender wird es, wenn der Übergeber unerwartet verstirbt. Dann greift die gesetzliche Erbfolge. Häufig führt dies dazu, dass mehrere Erben gemeinsam über den Hof entscheiden müssen. Geplante Übergaben, etwa an ein einziges Kind, werden so zunichtegemacht. Im schlimmsten Fall drohen Streitigkeiten oder sogar die Zerschlagung des Betriebs - verbunden mit erheblichen steuerlichen Belastungen.
Steigende Werte führen zu höheren Steuern
Ein weiterer Faktor, den viele unterschätzen: Die steuerliche Bewertung von Grund und Boden sowie Gebäuden steigt fast kontinuierlich.
- Bodenrichtwerte: Diese entwickeln sich seit Jahren fast ausschließlich nach oben. Mit jeder neuen Veröffentlichung (in der Regel alle zwei Jahre) erhöht sich auch der steuerliche Wert.
- Baupreisindex: Bei Gebäuden führt die gesetzliche Bewertung über den Baupreisindex regelmäßig zu höheren Steuerwerten.
Beispiel Baupreisindex:
Der Baupreisindex ist ein zentraler Bewertungsfaktor für Wohngebäude in der Erbschaft- und Schenkungsteuer:
- 2020: 127,2
- 2024: 177,9
- 2025: 183,3
Ein Wohnhaus mit 300.000 € vor Indexanpassung wird so bewertet:
- 2020: 381.600 €
- 2024: 533.700 €
- 2025: 549.900 €
Dieses Beispiel verdeutlicht die Funktionsweise des Baupreisindexes und zeigt, wie die zeitliche Entwicklung zu einer immer höheren steuerlichen Belastung führen kann. Der dargestellte Rechenschritt ist Teil der Bewertung nach dem Bewertungsgesetz – nach genau diesem Schema bewertet auch das Finanzamt. Natürlich gibt es noch weitere Berechnungsschritte, wie beispielsweise die Alterswertminderung. Zwar wird hier eine Wertminderung berücksichtigt, jedoch hat der Gesetzgeber in der Vergangenheit die Nutzungsdauer von 70 auf 80 Jahre verlängert. Dadurch fällt die Alterswertminderung deutlich geringer aus als früher – zum Nachteil des Beschenkten bzw. Erben. Zudem wurden mit der Einführung des sogenannten Regionalfaktors weitere Anpassungen geschaffen, die in vielen Fällen ebenfalls zu höheren Bewertungsansätzen und damit zu einer höheren Steuerlast führen. Die Folge: Freibeträge werden schneller überschritten – und die Steuerlast steigt.
Umwidmung von Flächen – zusätzliche Gefahr
Besonders kritisch: Wenn landwirtschaftliche Nutzflächen in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden und zu Bauerwartungsland oder Bauland werden, entfällt in der Regel die steuerliche Verschonung. Diese Flächen gehen dann mit ihrem hohen Wert in die Schenkung- oder Erbschaftsteuer ein. Wäre die Übergabe jedoch bereits zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem die Fläche noch als landwirtschaftliche Nutzfläche zu qualifizieren war, hätte dies im Rahmen der Betriebsübergabe in der Regel aufgrund der Verschonung keine Auswirkungen auf die Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer.
Fazit: Abwarten kostet – jetzt handeln!
Die Risiken sind klar: Wer die Hofübergabe hinauszögert, riskiert hohe Steuerbelastungen und rechtliche Unsicherheiten. Leidtragende sind sowohl die Übergeber als auch die Übernehmer.
Unser Rat: Warten Sie nicht, bis es zu spät ist. Planen Sie die Hofübergabe rechtzeitig, um Ihr Lebenswerk optimal zu sichern und unnötige Steuern zu vermeiden. Wir von der IKAIRUS Nürnberg Steuerberatungsgesellschaft mbH legen dabei großen Wert auf eine zeitnahe Terminvergabe sowie eine sorgfältige, aber gleichzeitig zügige Abwicklung der Hofübergabe. Aktuell können Termine innerhalb eines Monats vergeben werden – so stellen wir sicher, dass Ihre Planung ohne unnötige Verzögerung umgesetzt werden kann.
Jetzt Termin vereinbaren und beraten lassen – für eine sichere und steueroptimierte Hofübergabe!
Autor:
Noman Chaudhry, Geschäftsführer und Steuerberater bei der IKAIRUS Nürnberg Steuerberatungsgesellschaft mbH
Veröffentlicht am 06.09.2025 in Bamberg
Noman Chaudhry, Geschäftsführer und Steuerberater bei der IKAIRUS Nürnberg Steuerberatungsgesellschaft mbH